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Stammzellen spenden




















DKMS Spendenkonto:
Sparkasse Paderborn
Konto: 160 030 30
BLZ: 472 501 01

Stammzellen spenden:

Wenn Sie sich entscheiden Stammzellspender zu werden, durchlaufen Sie mehrere Schritte bis es zur eigentlichen Stammzellspende kommt. Nicht jeder Spender wird alle Schritte durchlaufen. Nach Erfahrung der DKMS kommt es bei höchstens fünf von hundert potenziellen Stammzellspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellspende. Für junge Spender, die vollständig typisiert sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit Stammzellen zu spenden etwa 1 Prozent innerhalb des ersten Jahres nach der Typisierung.

Schritt 1: Registrierung und Blutabnahme:

Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten, um sich bei der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei registrieren zu lassen:

a) Sie sind Briefspender und fordern das Blutabnahmematerial und die Einverständniserklärung online oder telefonisch bei der DKMS an und lassen sich dann bei Ihrem Hausarzt 5 Milliliter Blut abnehmen.

b) Sie registrieren sich während einer Typisierungsaktion einer Initiativgruppe. Im Veranstaltungskalender der DKMS finden Sie Aktionen in Ihrer Umgebung.

c) Ihr Betrieb führt eine Firmentypisierung durch. Für solche Betriebstypisierungen können Sie sich gerne bei der DKMS Informationsmaterial anfordern.

d) Sie registrieren sich bei einer der ständigen Einrichtungen der DKMS.

Schritt 2: Analyse der Gewebemerkmale:

Nach der Registrierung wird Ihr Blut in einem Speziallabor auf mindestens vier von sechs Gewebemerkmalen untersucht (HLA-A-, -B-Typisierung). Mit diesen Daten werden Sie in die DKMS aufgenommen.

Die weitgehende Übereinstimmung der Gewebemerkmale von Patient und Spender ist die Grundvoraussetzung für Durchführung und Erfolg einer Stammzelltransplantation.

Schritt 3: Aufnahme in das Zentralregister

In anonymer Form werden die Gewebemerkmale zusammen mit der Spendernummer an das ZKRD (Zentrales Knochenmarkspenderregister für Deutschland) in Ulm übermittelt und stehen dort für Patientenanfragen aus der ganzen Welt zur Verfügung.

Schritt 4: weitere Tests

Für den Fall, dass eine Übereinstimmung zwischen den ersten HLA-Befunden eines Patienten und denen von Spendern festgestellt wurde, wird bei diesen Spendern eine weitere Gewebetypisierung, die so genannte HLA-DR-Typisierung, vorgenommen.

Stellt sich heraus, dass Sie aufgrund Ihrer Gewebemerkmale für einen Patienten als Stammzellspender in Betracht kommen, erhalten Sie einen ausführlichen Gesundheitsfragebogen, damit mögliche Ausschlusskriterien frühzeitig erkannt werden können. Anschließend erfolgt eine Bestätigungstypisierung (CT), bei der Ihre Blutprobe nochmals mit der des Patienten detaillierter verglichen wird. Des weiteren wird Ihr Blut auf bestimmte Infektionserreger wie z.B. HIV oder Hepatitisviren geprüft. Anhand dieses Ergebnisses wird entschieden, ob Sie der passende Spender sind und möglicherweise so zum Helden werden können.

Schritt 5: Endgültige Entscheidung

Falls die Bestätigungstypisierung zeigt, dass man tatsächlich für den Patienten der gesuchte „genetische Zwilling“ ist, ist der Zeitpunkt gekommen, an dem Sie sich endgültig entscheiden müssen, ob sie für den Patienten zur Verfügung stehen. Nach einer gründlichen gesundheitlichen Untersuchung und Aufklärung durch einen Arzt, erfolgt eine schriftliche Einverständniserklärung zur Spende. Etwa eine Woche vor dem für die Transplantation angesetzten Termin, beginnt für den Patienten die Vorbereitungsphase, bei der sein krankes Knochenmark durch Chemo- und unter Umständen auch durch Strahlentherapie zerstört wird. Ab diesem Zeitpunkt kann der Patient ohne nachfolgende Übertragung gesunder Stammzellen des Spenders nicht überleben.


Verfahren

Die lebenswichtigen Stammzellen sind u.a. in hoher Anzahl im Beckenkamm angesiedelt. Es gibt zwei Entnahmearten:

1. Die periphere Stammzellentnahme

Bei der peripheren Stammzellentnahme wird dem Spender fünf Tage ein körpereigener hormonähnlicher Stoff (Wachstumsfaktor G-CSF) verabreicht, der vom Körper z.B. auch bei fieberhaften Infekten produziert wird. Dieses Medikament stimuliert die Produktion der Stammzellen und bewirkt, dass sich vermehrt Stammzellen im fließenden Blut befinden. Diese können dann über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt werden. Ein großer Vorteil dieser Methode ist die fehlende Narkose und die ambulante Durchführung.

Dieses Verfahren wird in der Medizin seit 1988 angewandt, beim DKMS-Spender seit 1996. Nach dem heutigen Stand der Forschung ist das Risiko der Langzeitnebenwirkung gering. Um dies weiter sicherzustellen, stehen wir mit unseren Lebensspendern in regelmäßigem Kontakt.

2. Die Knochenmarkentnahme

Bei der Knochenmarkentnahme (nicht zu verwechseln mit dem Rückenmark!) wird dem freiwilligen Spender unter Vollnarkose ca. 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch (entspricht ca. 5% des Gesamtvolumens) aus dem Beckenknochen entnommen. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb von 2 Wochen vollständig nach. Was bleibt, sind zwei kleine Narben über dem Gesäß - und das gute Gefühl, einem Menschen eine Chance auf ein neues Leben gegeben zu haben. Insgesamt verbleibt der Spender zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Das Risiko für den Knochenmarkspender ist gering. Es beschränkt sich im Wesentlichen auf das übliche Narkoserisiko. Um mögliche Komplikationen auszuschließen, wird der Stammzellspender - wie oben geschildert - immer vorher eingehend untersucht.

Welches Verfahren bei der Stammzellspende angewandt wird, richtet sich nach den Belangen des Patienten. Nach Möglichkeit wird auf die Wünsche der Spender Rücksicht genommen.


Fakten und Vorurteile

Über die Stammzellspende existiert eine Reihe von Vorurteilen. Wenn Sie diese Zeilen gelesen haben, konnten wir bei Ihnen, so hoffen wir, einige dieser Vorurteile und unbegründete Ängste abbauen.

1. Vorurteil: Stammzellen werden dem Rückenmark entnommen.

Fakt: Nein. Rückenmark und Knochenmark werden häufig verwechselt. Das Rückenmark des Spenders bleibt unberührt. Das Knochenmark bzw. die Stammzellen werden - wenn die Entnahmen mit dem operativen Eingriff erforderlich ist - aus dem Beckenkamm entnommen. Die Entnahme erfolgt unter Vollnarkose.

2. Vorurteil: Für die Stammzellspende ist immer eine Operation nötig.

Fakt: Nein. Seit einigen Jahren wird zur Stammzellgewinnung die Vermehrung der Stammzellen durch die Gabe eines so genannten Wachstumsfaktors genutzt. Mittlerweile wird dieses Verfahren bereits in etwa 80% der Fälle angewandt.

3. Vorurteil: Wenn ich Stammzellen weggebe, dann fehlen sie mir irgendwann einmal.

Fakt: Nein. Der Körper bildet die Stammzellen innerhalb von zwei Wochen neu. Man kann also Leben spenden ohne letztlich auf etwas zu verzichten.


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